Wie viele Tiere?

Das hängt natürlich von Tierart und Größe des Gartens ab. Ich habe am meisten Erfahrung mit Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata), Ruineneidechsen (Podarcis sicula) und Perleidechsen (Timon lepidus). Für Eidechsen spielt nicht nur die Bodenbeschaffenheit eine große Rolle, sondern auch die Anlage des Gartens und die Sonnenlage. Smaragdeidechsen haben in freier Natur einen Lebensraum von durchschnittlich 77 bis 125 m². Das ingesamt genutzte Areal kann aber bis zu zwanzigmal so groß sein! Das haben telemetrische Untersuchungen bei Smaragdeidechsen im Rheintal ergeben. (Radiotelemetrische Untersuchungen zu Raumbedarf und Habitatnutzung der Lacerta bilineata. P. Sound, Dr. M. Veith, Institut für Zoologie, Universität Mainz, Saarstraße 21, März 2000). Aus dieser Studie geht auch hervor, dass die Tiere Flächen mit niedriger Vegetation eindeutig bevorzugen (weniger dagegen hohe Vegetation, offene Flächen oder Felsen).

Ich konnte nicht feststellen, dass sich die Arten untereinander oft ins Gehege geraten. Auch die Kombination von Reptilien und Amphibien ist in meinem Garten bisher unproblematisch. Hier bleibt freilich noch viel Raum für Experimente (ich habe zum Beispiel keinerlei Erfahrung mit Sumpfschildkröten). Zur Zeit wird mein Garten (138 m²) von 6 Smaragdeidechsen, 7 Griechischen Landschildkröten (Testudo Hermanni), 1 Paar Chinesischen Rotbauchunken (Bombina orientalis), einigen Wechselkröten (Bufo viridis) und einer unbekannten Zahl von Italienischen Wassermolchen (Triturus carnifex / italicus) bewohnt.

Ein Teich im Garten bietet mehrere Vorteile. Er ist nicht nur Lebensraum für Amphibien, sondern zieht, wenn Teich und Ufer gut begrünt sind, auch viele zusätzliche Insekten wie etwa Schwebfliegen und Libellen mitsamt deren Larven an. In meinem Teich ist noch nie eine Eidechse ertrunken, obwohl es vorkommt, dass ein Tier nach einer schnellen Verfolgungsjagd durch den Garten ins Wasser gerät. Bei Landschildkröten ist allerdings Vorsicht geboten, denn sie können sehr wohl im Gartenteich ertrinken! Es sollte also Sorge dafür getragen werden, dass sie entweder gar nicht an den Teich gelangen können oder dessen Ränder zu allen Seiten gut zu begehen sind, so dass ins Wasser geratene Tiere wieder ans Ufer klettern können.