Überwinterung

Gute Überwinterungsplätze für die Tiere zu schaffen, ist das A und O bei der artgerechten Anlage des Gartens. Ich habe dafür an den Zaun anschließend bis zu 1 m hoch Steine und Schotter angehäuft, mit einer Schicht Erde bedeckt und diese Beete fast komplett bepflanzt (siehe: “Anlage”). Wie Sie auf den Fotos sehen können, habe ich das Ganze an den sichtbaren Seiten mit Mauerteilen verblendet. Diese Konstruktion erfüllt ihren Zweck, die Eidechsen finden hier genügend Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten. Damit die Tiere leicht in diese “Hügel” hineinkommen, empfiehlt es sich, 40 oder 60 mm dicke PVC-Rohre darin anzubringen. Sie sollten so installiert werden, dass die Tiere an diversen Stellen sowohl von den Seiten als auch von oben bis tief hinein gelangen können (siehe Foto). Die PVC-Rohre vorher von innen aufrauen. Dazu Zement hindurchgießen. Wichtig: Zwischen dem Schotter sollte genügend Luft bleiben. Wenn Sie die Hügel mit Erde bedecken, also nicht durch Wässern verdichten! Die Pflanzen – vor allem viele heimische Arten, aber auch allerlei Steingartengewächse – gedeihen auf einem derart luftigen Ganzen ausgezeichnet. Ich decke die Beete im Spätherbst, wenn die Tiere längst Winterschlaf halten, mit einer dicken Laubschicht als zusätzlichem Winterschutz ab.

Der Zeitpunkt, zu dem Eidechsen in Winterschlaf gehen, hängt nicht nur vom Wetter ab. Gut genährte Tiere mit ausreichenden Fettreserven sind oft schon bei den ersten Regenphasen oder nach den ersten kühlen Nächten gegen Ende August verschwunden. Nach dem warmen Sommer 2003 habe ich schon ab Mitte August keine einzige Eidechse mehr gesehen! Aber es kommt auch vor, dass sich manche Tiere nach viel Regen und tiefen Temperaturen bei schönem Wetter im Oktober wieder blicken lassen. Kurz vor dem Winterschlaf wird angebotenes Futter abgelehnt, weil der Darm zu Beginn des Winterschlafs leer sein muss.

Das Erwachen der Eidechsen im Frühjahr ist von den Temperaturen in der Überwinterungshöhle abhängig. Bei ungefähr 10 Grad Bodentemperatur kommen die ersten Tiere zum Vorschein. Meine früheste Beobachtung war am 12. und 13. Februar (1998), die späteste am 21. April (2000). Wenn die Bodentemperatur im Frühjahr vorübergehend noch einmal unter 8 Grad absinkt, zeigen sich die Tiere wieder seltener. Bei geringeren Lufttemperaturen sieht man sie dagegen schon. Ich sehe Smaragdeidechsen im April nicht selten bei 6 oder 7 Grad Außentemperatur sonnenbaden!

Wo verbringen die Eidechsen ihren Winterschlaf?

Das sollte man wissen! Die Eidechsen überwintern dort, wo im zeitigen Frühjahr (und natürlich im Herbst) früh und am längsten die Sonne scheint. Dort können sie sich in der ersten Frühjahrssonne (und der letzten Herbstsonne) in unmittelbarer Nähe ihres Überwinterungsquartiers aufwärmen. Ich hatte irrtümlich angenommen, dass sich die Tiere für den wärmsten Ort entscheiden würden, also irgendwo am oder unter dem Haus. Aber dem ist nicht so. Sie sollten das unbedingt berücksichtigen, wenn Sie Ihren Garten neu anlegen oder artgerecht anpassen wollen. Anstatt Teile des Gartens mit Schotter zu erhöhen, um Überwinterungsplätze zu schaffen, kann man natürlich auch einige große Gruben ausheben, die man mit Schotter füllt und mit einer Schicht Erde abdeckt. Darin sind die Tiere ebenfalls gut gegen Frost geschützt. Aber Achtung: Vorher die Höhe des Grundwasserspiegels im Winter ermitteln! Die kann sich gewaltig von der im Sommer unterscheiden, und wenn man das nicht berücksichtigt, ertrinken die Tiere unter Umständen während des Winterschlafs. Auch bei dieser Konstruktion sollten Sie die Zugangsmöglichkeiten nicht vergessen, sorgen Sie also für ausreichende Hohlgänge und verlegen Sie Rohre bis tief unten in den Schotter hinein.

Bei länger anhaltendem strengen Frost, decke ich die Überwinterungsbeete vorübergehend mit Noppenfolie ab. Das hat sich bisher gut bewährt, ich habe trotz mehrerer Frostphasen mit Temperaturen von unter minus 10 Grad im Winter noch nie ein Tier verloren. Man könnte aber zum Beispiel auch mit der Beheizung mittels Wärmekabeln oder Ölöfen, wie sie Weinbauern gelegentlich benutzen, experimentieren. Wichtig ist, dass die Tiere den ganzen Garten mit allen in Frage kommenden Überwinterungsplätzen gut kennen. Setzen Sie neue Tiere daher NIE am Ende des Sommers in den Garten, sondern im Frühjahr, damit sie eine ganze Saison Zeit haben, den Garten kennenzulernen und einen guten Ort für den Winterschlaf zu finden.

Bei Juvenilen mache ich eine Ausnahme, sie überwintern im Kühlschrank oder im Schuppen. Ich benutze dafür Plastikboxen, wie man sie z.B. bekommt, wenn man sich Essen vom Chinesen holt oder ins Haus bringen lässt. Ein paar kleine Löcher in Wände und Deckel stechen, mit etwas feuchter Erde füllen, und den Behälter anschließend mit Laub bedecken. Die Tiere überwintern so kontrolliert, und man kann ihren Winterschlaf gegebenenfalls verkürzen. Wichtig für diese Art der Überwinterung ist, dass die Temperaturen nicht über 8 bis 10 Grad liegen. Dann würden die Tiere nämlich aktiv bleiben und zu viel Energie verbrauchen. In meinem Überwinterungskühlschrank stelle ich die Temperatur auf 4 bis 6 Grad ein. Nicht vergessen: Regelmäßig leicht befeuchten!

Die Schildkröten überwintern nicht frei im Garten. Ich setze sie im Oktober in eine Überwinterungskiste im Schuppen (siehe Foto). Diese Kiste fülle ich zu einem Viertel mit feuchter Erde und Laub. Es empfiehlt sich, die Tiere vorher ein paar Stunden in etwas Wasser zu setzen, um die Defäkation anzuregen. Den Schuppen mit der Überwinterungskiste halte ich mit einem kleinen Heizstrahler frostfrei. Wo die Wechselkröten und die Italienischen Wassermolche überwintern, weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall sehe ich die Molche schon sehr früh im Jahr im Teich, meistens bereits im Januar oder Februar.